CDU-SH.de – Relaunch: Eine Relaunch–Katastrophe die mich schafft

[Ergänzung 15:11 Uhr: Eben hat mich ein Mitarbeiter von Schaffhausen angerufen.
Man habe meinen Artikel zur Kenntnis genommen, arbeite mit Hochdruck an der Seite und bittet mich den Namen Schaffhausen nicht zu nennen, da man nicht allein verantwortlich für den Relaunch sei und selber die Zusammenarbeit mit der CDU nicht öffentlich gemacht habe.
Ich habe mich entschieden den Namen stehen zu lassen, da jedem Leser klar sein dürfte, dass ein Relaunch immer ein Zusammenspiel aus Auftraggeber und Auftragnehmer ist. Außerdem steht Schaffhausen weiterhin als technischer Ansprechpartner in den denic–Daten. Für den Code einer Seite ist es mE üblich den technischen Ansprechpartner als Urheber anzunehmen. Allerdings hab ich mich — aus den genannten Gründen des Zusammenwirkens von Auftraggeber und Auftragnehmer — entschieden den Titel des Artikels zu ändern und habe „Schaffhausen“ durch „Relaunch“ ersetzt.]
[Ergänzung 19:40 Uhr: Nachdem der erste richtige Brass durch ist: Einige Formulierungen sind hart, aber im konkreten Sachverhalt komplett zutreffend. Ich wage allerdings keine Rückschlüsse auf die Qualität aller beteiligten Personen und Organisationen auf Leistungen in anderen Bereichen und Konstellationen. Ich bin mir sicher, dass es der geneigte Leser ebenfalls nicht tun wird.]

In einem Artikel über die Qualität von CDU–Seiten hatte ich geschrieben, dass ich manchmal versuche der CDU Schleswig–Holstein Hinweise zu geben, was man Online besser machen sollte. Auf dem Barcamp Kiel hatte ich dann eine spannende Session, in der wir versucht haben aufzudröseln, wie wichtig Pflichtenhefte, etc. insbesondere für Nicht–Techniker–Auftraggeber sind, um eine umsetzende Agentur steuern zu können…

Inzwischen habe ich diese Zuarbeit mehr oder weniger eingestellt. Die Kommunikation mit der Landesgeschäftsstelle war nicht immer einfach, aber machbar. Die Kommunikation mit der umsetzenden Agentur Schaffhausen allerdings eine Katastrophe.

Ohne eine Mitwirkung meinerseits (Auf diese Feststellung muss ich ab jetzt bestehen) wurde cdu-sh.de jetzt einem Relaunch unterzogen. Dieser Relaunch ist absolut gruselig. Das ärgert mich, denn über viele der Dinge, die falsch gemacht wurden habe ich (mit anderen, v.a. Stecki) schon mit den CDU–Verantwortlichen und der Agentur Schaffhausen gesprochen (vor dem Hintergrund der alten Seite).

Hier einmal die auseinandergenommen, was mir beim Besuch der Seite auffällt und mich wahnsinnig ärgert:

Fehlerhafte Weiterleitung

Beim Aufruf von cdu-sh.de wird man weitergeleitet auf die Standard–Domain www.cdu-sh.de das ist auch gut so, sonst würde man nicht auf den Inhalten der CDU landen, sondern auf einer Fehlerseite. Technisch wird dabei der Status Code 302 ausgegeben. Hier gehört eigentlich ein Status Code mit der Nummer 302 301 (Danke für den Hinweis auf Zahlendreherei an Astrid) hin, der Suchmaschinen, interessierten Nutzern und allen anderen mitteilt, dass die Seite, die gesucht wird dauerhaft unter www.cdu-sh.de liegt. (s. zum Beispiel http://www.google.com/support/webmasters/bin/answer.py?hl=de&answer=93633)
(Über die Sinnhaftigkeit der Domain cdu-sh.de gegenüber etwa cdu-schleswig-holstein.de möchte ich an dieser Stelle gar nicht reden).
Andere Weiterleitungen intern sind sauber als 301 umgesetzt. Aber gerade die Wichtigste wurde falsch gemacht.

Optik von cdu-sh.de

Ein Screenshot von CDU-SH.de vor dem Relaunch

Screenshot: CDU-Landesverband Schleswig-Holstein - Homepage (Quelle: http://web.archive.org/web/20101231210140/http://www.cdu-sh.de/)


Die Optik wurde beim Relaunch aufgehübscht. Der Vergleich mit der alten Seite zeigt, dass man den Portalgedanken aufgegriffen hat (den ich grundsätzlich schwierig finde) und auf Text weitesgehend verzichtet hat. Die Navigation wurde entschlackt entfernt (Sehe jetzt, dass es doch eine Navigation gibt, die wird aber ausgeblendet…). Die Optik ist prinzipiell nicht verkehrt. Das Layout wirkt aufgeräumter und moderner. Schwierig ist allerdings die Gestaltung der externen Links im Footer. Der Kontrast ist mehr als unzureichend. Selbst für mich als jungen Menschen ohne Sehprobleme sind die Links nur schwierig zu erkennen. Aus Accessibility–Sicht ein echtes Problem.

Ein Blick in den Quellcode

Ein Blick in den Quellcode auf CDU-SH offenbart Schlimmes.
Der Reihe nach (ich behaupte nicht, dass alles richtig schlimm ist, aber ich finde es gruselig).

CDU-Landesverband Schleswig-Holstein - Homepage<br />

Der Content Type wird doppelt referenziert, einmal mit Zeichenkodierung, einmal ohne. Warum auch immer. Ein Tabulator im Title ist ungewöhnlich, aber kein Weltuntergang.







Aha, man hat also an SEO gedacht. Aufgrund der 302–Weiterleitung der Domain, die ich oben angesprochen habe lässt mich das ratlos zurück. Entweder hat man also den Kommentar komplett ahnungslos von der Arbeit anderer eingefügt (wieso eigentlich Kommentare in der öffentlichen Version der Seite?) oder man hat bei Schaffhausen einfach keine Ahnung von SEO. Die weitere Durchsicht der Seite zeigt, das wohl eher Letzteres der Fall ist.




Zeigt, dass man sich durchaus bewusst ist, dass Nutzer auch über Handys die Seite aufrufen. Auf eine echte mobile Seite, die nicht nur den veränderten Ladezeiten entspricht, sondern auch auf veränderte Nutzungskontexte und Benutzung der Seite Rücksicht nimmt hat man dann aber doch lieber verzichtet. Also drüber nachgedacht und verworfen…









[…]




Java–Skripte werden nicht (wie eigentlich sinnvoll) am Ende der Seite erst aufgerufen, sondern noch vor den wesentlichen Style–Informationen. Das hat zur Folge (insbesondere, da es sich um relativ viele Skripte handelt), dass diese Skripte geladen werden müssen, bevor der Nutzer überhaupt etwas von der Seite sieht.
Natürlich wird auch nicht alles JavaSkript in externe Dateien ausgelagert, sondern auch einiges im Quelltext behalten. Sollte man so eigentlich auch nicht unbedingt machen. Auf den ersten Blick sieht es außerdem so aus, als ob eine Menge Java–Skript geladen wurde, das nicht auf der Seite benötigt wird.
Die Folgen kann man sehen, wenn man die Ladezeit von cdu-sh.de mit der von anderen Seiten vergleich. Hier ein kleines Video (mit Webpagetest.org erstellt), wie unterschiedlich die Ladezeiten der Parteien sind. Während ich bei der SPD schon die ersten drei Überschriften gelesen habe, ist bei der CDU noch nichts passiert:

Der weitere Quelltext überzeugt durch überflüssige Einrückungen und Leerzeichen. Das korrekt zu machen ist kein riesiger Geschwindigkeitsgewinn mehr, zeugt aber in der Regel von schlampiger Arbeit.
Gleichzeitig findet man noch eine Menge Kommentare und auskommentierte Bereiche auf der Seite. Auch eher ungewöhnlich. Ist allerdings auch belustigend, zu sehen, wenn für einfache Linktexte die Lorem Ipsum Texte bis zur Live–Version bestehen bleiben:

Lorem–Ipsum–Quelltext auf cdu-sh.de

Lorem–Ipsum–Quelltext auf cdu-sh.de

Mit DIV–Containern wir wild um sich geschmissen. Für eine derart kurze Seite werden insgesamt 833 Zeilen Quelltext ausgeliefert. Beeindruckend.

Auf Unterseiten sieht es nicht wesentlich anders aus:
Die Meta-Description ist überall gleich aussagekräftig:



Die Keywords erschreckend. Dann lieber rausnehmen. Die Frage ist eh, ob der Aufwand den Nutzen für das Tagging einiger Bookmarking–Dienste überhaupt lohnt. Alles ist auf jeden Fall besser, als die Standard–Keywords von EzPublish drin zu lassen.


Auf den Unterseiten gibt es sogar die og–Tags fürs Sharing auf Facebook. Vielleicht hätte man aber daran denken sollen, was passiert, wenn in den Descriptions Anführungszeichen auftauchen. Ich würde da ja lieber auf Nummer sicher gehen…

Screenshot: Facebook–Tags im Quellcode auf cdu-sh.de

Screenshot: Facebook–Tags im Quellcode auf cdu-sh.de

Inhalte

In den Facebook–Diskussionen wurde schon mehrfach die Unterseite „unsere Arbeit“ angesprochen. Der komplette Inhalt dieser Seite:

UNSERE ARBEIT
Auf diesen Seiten können Sie sich über die inhaltliche Arbeit der CDU Schleswig-Holstein informieren.
Bei Fragen können Sie sich gerne an die Landesgeschäftsstelle wenden.

Ich hab mir eben den Spaß gemacht einmal kurz über die Seite zu crawlen. Dabei bin ich auf eine Reihe nicht existierende Seiten gestossen. Zusätzlich zu Seiten, die es zwar noch gibt, die sich aber nicht mehr an dieser Stelle befinden, sondern (korrekt) bei 301 umgeleitet wurden. Solche Ressourcen sollten grundsätzlich nicht verlinkt werden (auch wenn das in einem Relaunch Zeitraum noch vertretbar ist).

Ich bin mir gerade nicht sicher, ob alle Artikel umgezogen wurden. Wenn ich bei Google nach alten URLs schauen, dann lande ich meistens im Nichts. Sprich es wurde nicht dafür gesorgt, dass alte URLs, die man sich etwa gebookmarkt hat weiterhin verfügbar sind.

Das neue Artikel–Template finde ich nicht besonders hübsch. Aber ich bin kein Experte für Optik. Die Meisten Inhalte sind ohnehin weiter in (langsam ladenden) PDF–Dateien versteckt. Man zwingt den Nutzer also neben dem Browser in andere Tools. Als Option fin ich das ja okay. Als Zwang finde ich das enorm anstrengend.

Show Your friends

Den Seiten empfehlen Link finde ich ja niedlich. Bei einem "+" rechts oben in der Ecke neben dem Drucken Button hätte ich eher Schriftart vergrößern vermutet. Bei der CDU Schleswig-Holstein verbirgt sich darunter aber ein empfehlen Button zum Weiterleiten der Seite per E-Mail.

Screenshot: Empfehlen-Button auf cdu-sh.de

Screenshot: Empfehlen-Button auf cdu-sh.de


An den Facebook–Like Button hat man sich wohl auch in einer "datenschutzkonformen" Variante nicht gertaut…

Facebook

Wo wir gerade bei Facebook sind: Die CDU Schleswig-Holstein hat seit ein paar Tagen eine Facebook–Seite. Aktuell (12:51 Uhr) wird allerdings noch nicht auf den Relaunch hingewiesen…

weitere Fehler

  • Canonical–Tags gibt es. Die als Originalseite angegebenen Seiten allerdings häufig nicht
  • 404-Seite gibt es nicht. Eine sinnvolle Seite, die einem Hinweise gibt, was zu tun ist, wenn man auf einem nicht existierenden Dokument landet (was durchaus passieren kann, s.o.): Fehlanzeige
  • jostdejager.de wurde schon mal verlinkt (Verlinkung wurde inzwischen korrigiert), ist aber noch nicht projektiert. Auch gibt es noch keine WEiterleitung auf dieser Seite. Allerdings und das ist positiv: Die Seite gehört der CDU. Immerhin.
  • Eine Seite mit allen Plugins und Versionsnummern hat Malte aufgetan spannend. Wenn ich etwas böses mit der Seite anstellen wollte, dann würde ich mich dafür bedanken. Schön übrigens: Die ganzen Backlinks auf ezPublish auf der Seite.
  • Eine Sitemap gibt es. Allerdings enthält Sie auch nur die Links aus der Navigation…

Wahl 2012 – User Experience

Dass ich die Navigation nicht direkt gesehen habe, hatte ich oben schon geschrieben. Gruselig finde ich aber, wenn die wichtigsten LandingPages

  1. keinen Inhalt haben
  2. vorhandener Inhalt auf den Unterseiten nur durch Zufall zu entdecken ist
Screenshot der Landingpage auf cdu-sh.de

Screenshot der Landingpage auf cdu-sh.de

Derzeit ist Inhalt vorhanden. Zum einen Links auf die Seiten der Kandidaten (sofern sie Seiten haben). Und der Programmentwurf des Wahlprogramms, mit dem Hinweis, auf ein Forum, das an dieser Stelle bald entstehen soll.

Der Mitgliedsantrag übrigens hat bei mir auch erst mit Verzögerung und beim dritten Laden geladen.

Schlusswort

Bitte liebe Parteizentralen. Holt Euch Hilfe. Und zwar die richtige. Lasst Eure Agentur für Luftballons und Plakate nicht an Eure Online-Auftritte und begreift Eure Seite als das, was sie ist. Ein niedrigschwelliges Informationsangebot an jeden Bürger.
Damit es das sein kann muss es:

  • niedrigschwellig, also erreichbar, findbar sein (SEO)
  • Informationen enthalten und erreichbar machen (Usability)
  • Durch jeden benutzbar sein (Accessibility)

Wenn Ihr diese Punkte erreicht, dann geht es weiter mit User Experience: Die Seite muss Spaß machen in der Benutzung (ja genau: Erst jetzt kommt die Optik der Seite ins Spiel) und Partizipation ermöglichen.

Während ich diesen Artikel schrieb hatte auch Malte parallel einen Artikel zum Thema veröffentlich. Ich bitte freundlich auch diesen ebenfalls zur Kenntnis zu nehmen, auch wenn es teilweise Überschneidung gibt: „Der CDU ist nicht zu helfen“

Barcamp Kiel: Kleine Review des #BCKI

Freitag und Samstag war ich in Kiel im Wissenschaftspark auf dem Barcamp Kiel. Schon letztes Jahr war das eine extrem schöne Veranstaltung. Die Athmospäre stimmt einfach. Der Zeiplan ist zwar straff, aber hey: Es ist ein Barcamp. Da ist jeder für sich selbst verantwortlich. Auch für seinen eigenen Zeitplan.

Das schöne an einem Barcamp: Man fährt ohne Erwartungen hin, wird nicht enttäuscht, sondern positiv überrascht. Der Kracher natürlich gleich am Morgen: Das ULD äußert sich zum Datenschutz auf Facebook und fordert die Abschaffung von Fanpages und „gefällt mir“-Buttons. Schön, dass gleich ein paar ULD-ler da waren, um das zu erklären. Ich bin immer noch kein Fan von den Wegen, die das ULD unter Thilo Weichert geht. Aber wenigstens scheint man sich hier im Vorfeld intensiv Gedanken gemacht zu haben. Das ist doch schon mal was. ;)

Panda-Update

Danach hab ich mir eine der vielen SEO-Sessions angesehen. Ich war echt ein wenig baff, wie viele SEOs auf dem Barcamp offen herumliefen. Wenn ich noch an die Zeiten denke, als SEO noch böse war… Egal.

Die Session hatte sich mit dem Panda-Update beschäftigt. Ich war nicht so wirklich begeistert. Die Session war zwar mit schönen Powerpoint Folien vorbereitet, aber inhaltlich eher Mau. Wie kann man über das Panda Update reden, sich nur die Verlierer ansehen und von denen nur einen genauer? Auf der Basis dann Rückschlüsse zu ziehen finde ich zumindest mutig. Quintessenz war dann: Seid schnell mit gutem Content und macht Social Media.
Für Geschwindigkeit sei übrigens der Server das Wichtigste. Na dann.

Da sind andere Blogartikel schon deutlich ausführlicher als diese Session. (Beispiel: Sistrix zum Panda Update)

Mittagspause

Es gab Mittag. Tomatensuppe. Zum Glück war im Gebäude auch ein Kaffeeladen mit Keksen, Kuchen, Brötchen, etc.

Medienkompetenz

In dieser Session bin ich mehr oder weniger per Zufall gelandet. Immerhin bin ich in der richtigen gelandet. Eigentlich kann ich Medienkompetenz als Begriff schon nicht mehr hören. Auf der anderen Seite: Bei jeder Diskussion darüber kommt etwas anderes raus. Hier war der Schwerpunkt:

  • Wer ist verantwortlich: Schule oder Familie
  • Braucht es einen „Internet-Erklärbar“ Analog zum Verkehrskasper (Die Vorstellung war wirklich schön: Stellt Euch vor da sitzen und Kinder vor dem Kasper und schreien „Nein Kasper, das darfst Du nicht auf Facebook posten.“)
  • Muss man Medienkompetenz eigentlich vermitteln, oder lernen die kleinen das von allein?
  • Wie weit sollte man Medienkompetenz eigentlich fassen? Technisch? Nur inhaltlich / moralisch?

Facebook-SEO

Stefan Petersen hat sein PDF zum Thema vorgestellt. Nichts Neues, aber unterhaltsam. Steile These: Facebook Aktien zu kaufen lohnt nicht mehr. Die gehen eh bald offline, weil Google+ eine super Möglichkeit bietet für den Endnutzer Geld mit seinen Social Media Aktivitäten zu verdienen…

Datenschutz-Spackeria

Das war die schönste Session des Tages. Die Slides waren von Jürgen Geuter (Domain, Twitterdatenschutzkritischen Spackeria erzählt. Und dann diskutiert. Admins, ULD, Piraten und Politiker quer durcheinander. Dabei kamen teilweise Steile Thesen raus. So sollen zum Beispiel Politiker Facebook nicht mehr nutzen dürfen, weil sie damit Menschen in einen Kommunikationskanal zwingen würden, bei dem ein Dritter Daten mit erhebt.
Und der ULD war der festen Auffassung, dass Facebook unbedingt sich bewegen muss, weil Menschen nicht darauf verzichten können. Es sei ein relevanter Kommunikationskanal und wenn ich mich entscheiden würde, dass ich aus Datenschutzgründen nicht auf Facebook sein möchte, dann wäre ich von relevanter Information ausgesperrt.
Ich hatte insgesamt in der Session ein wenig das Gefühl, dass die theoretische und historische Herleitung zur aktuellen Situation bei allen nicht gleich weit war. Gegen Ende kam da noch etwas.

Dennoch waren offensichtlich alle völlig überfordert mit der Antwort auf die Frage, wie denn ein ordentlicher Datenschutz 2011 aussehen und umgesetzt werden sollte.

Party am Abend

Gibt es nichts zu berichten. Um 21:30 waren alle weg.

Visualisierung

Der zweite Tag begann mit einer schönen Session von Lars Schubert. Er hat es geschafft eine spannende Werbeveranstaltung um http://www.graphomate.com/ zu bauen, die nicht aufdringlich war und nicht nervig, sondern gezeigt hat, wie sehr er für sein Fachthema brennt. Seine Visualisierungstipps waren ein schönes Wrap up. Ich brauch das mir mindestens einmal im Jahr wieder deutlich an zu hören, dass man Graphen reduzierter bauen soll. Ich bin da sehr vergesslich.

Landesblog

Swen Wacker und Konsorten haben in größerer Runde von ihren Erfahrungen mit dem Landesblog berichtet. Eine schöner Einblick und Rundumschlag und schön zu sehen, dass es nicht nur von außen so aussieht, als ob das Konzept aufgeht, sondern wirklich alle auf der Veranstaltung der Meinung waren, dass das Landesblog einfach toll ist.

Qualitätsanalyse von Websites

Über die Session berichtete ich ja schon. Hier natürlich noch objektiv zum Etherpad, das nette Menschen während der Session gefüllt haben.

Nerdsession

Die Freundin von mthie berichtete, wie es aus ihrer Sicht ist mit einem Nerd zusammen zu leben. Fazit der unterhaltsamen Session: Es ist nicht einfach einen Nerd zu lieben und mit ihm zu leben, aber die Mühe lohnt sich.

Tollstes Zitat der tollen Zitate:

„Home-Office ist der Tod jeder Körperhygiene bei Nerds“

IT-Security

Ich mag Security Sessions. Vor allem wenn das Fazit ist: Es bringt im Endeffekt eh alles nicht. Wenn Dich Jemand wirklich ausspionieren will und die hinreichenden Mittel zur Verfügung hat, dann findet der Angreifer auch einen Vektor, über den man verwundbar ist.
Allerdings: Übertriebene Paranoia braucht man nicht zu entwickeln, denn meistens sind die eigenen Daten viel weniger wert, als man glaubt.
Also: Aufwand vertretbar halten und es nicht zu einfach machen: Sichere Passwörter verwenden, Platte verschlüsseln, wichtiges im Zweifel woanders hinpacken nicht nur ein Passwort nutzen, sondern Keepass oder 1Password und das am Schönsten in die Dropbox legen.
Mehr gibt’s noch im Etherpad zu Session

Fazit

Tolles Barcamp, nächstes Jahr wieder. Räumlichkeit ist toll. Kielnet baut schlaues Internet. Das mit dem Essen üben wir noch mal und beim nächsten Mal bitte bei der Sessionplanung die Namen auf den Session Plan mit schreiben, ich kann mir sowas doch immer nicht merken. Danke an das Orga-Team, das war großes Kino!

Mies, mieser, ganz schlecht: Die Session auf dem Barcamp

[Wie unten deutlich wird, die Session war klasse, das Thema waren aber miese Seiten]

Auf dem Barcamp Kiel hab ich eine Session unter dem Titel „automatisierte Qualitätsanalyse für Websites“ gehalten.
Irgendwie müssen mir bei der Sessionplanung die Worte „mies“, „CDU“ und „Internet“ rausgerutscht sein, so dass wirklich einige gekommen sind. In welcher Reihenfolge ich die Begriffe verwendet hab, weiß ich nicht mehr. ;)

Artikelvorstellung und technische Verbesserungsvorschläge

Ich hab kurz meinen Artikel zur Qualität von CDU Internetseiten und meine Quick&Dirty-Analyse vorgestellt. Es gab ein paar schöne Hinweise auf Quellen für weitere Usability-Tests, die man sich mal ansehen sollte. Die Biene-Award Prüfschritte wurden noch mal angeregt und „Bobby“ (klingt jetzt nicht so, als ob das für mich in Frage kommt…) für automatisierte Accessibility-Tests vorgeschlagen. Außerdem sollte ich noch mal auf Seitwert schauen (Die hatte ich eigentlich als zu viel Schlussfolgerung und zu wenig Ursache abgespeichert.). Insgesamt kamen alle Anwesenden zu dem Schluss, dass so eine automatisierte Analyse nur der Ausgangspunkt für eine händische Analyse sein kann. Denn Kernfragen von Usability, etc. lassen sich nur mit dem Kopf und nicht mit nem Tool beantworten. Schließlich kann an der ein oder anderen Stelle in einem bestimmten Umfeld ein Wert, den man für schlecht halten würde plötzlich Sinn machen.

Insgesamt spannender, etwas abstrakter Input. Ich werde da noch mal sortieren. Wichtig fand ich auch den Hinweis, dass bei der Analyse teilweise zu sehr zwischen Dingen gemixt wird, die der Nutzer gar nicht sehen kann und Dingen, die der Nutzer direkt mitbekommt (Ladezeit vs. Überschriftenlogik).

Ursachen für miese Websites

Die Diskussion entwickelte sich dann sehr schnell weiter und wurde so eifrig geführt, dass es ein wenig Gewalt brauchte die Session zu beenden. Ein gutes Zeichen.
Haupt-Thema war allerdings nicht die Weiterentwicklung der Untersuchung, sondern die Ursachenforschung. Am Ende war man sich glaube ich in folgenden Punkten ziemlich einig:

  • Das Problem ist bei allen Parteien das Gleiche
  • Das Problem ist in kleinen Unternehmen das Gleiche
  • Ursache für die „Abgründe des Internets“ sind:
    • Agenturen mit Kostendruck, fehlendem Problembewusstsein und ohne normierten Qualitätsstandard
    • Auftaggeber (Parteien, Organisationen, Unternehmen) ohne den blassesten Schimmer von der Materie / die Zeit zu kontrollieren und ohne Problembewusstsein wissen nicht, wie ein Ergebnis einer Agentur zu beurteilen ist
  • Fehlende normierte Lastenhefte (gibt es sowas wirklich nicht?)
  • Das Marktpotenzial für eine Agentur mit dem Schwerpunkt „Endabnahme von Internetseiten“ ist nicht zu unterschätzen
  • Bei entsprechend plastischer Darstellung ist W3C-Konformität, etc. durchaus ein tolles Marketing-Instrument für Agenturen und hilft auch das Problembewusstsein beim Kunden zu schaffen, was an vielen Stellen enorm hilfreich wird…

Ich fand die Diskussion super. Es braucht mehr Standards in der Webentwicklung, die für Laien transparent sind und es braucht mehr Problembewusstsein für Auftraggeber.

Dank und Entschuldigung

Und wo wir gerade dabei sind: Ich möchte mich herzlich bei Swen Wacker [Facebook|Google+] und dem Landesblog entschuldigen, dass ich das Landesblog einfach frech und ohne zu fragen als Beispiel beim Zeigen der Tools genommen habe.

Beim Ursprungsartikel hatte ich irgendwie erst nicht gemerkt, dass die Kommentare ausgeschaltet waren. Hatte mich schon über die Vielzahl der Mails gewundert.

Mies, mieser, richtig schlecht: CDU-Seiten

[Disclaimer: Ich bin Mitglied der CDU-Schleswig-Holstein und versuche manchmal Tipps zu geben, was man besser machen könnte. Nicht alles davon wird umgesetzt, aber manches wurde schon umgesetzt, weshalb die CDU-SH.de vielleicht nicht so schlecht abschneidet, wie sie es vor ein paar Monaten getan hätte…]

[Disclaimer2: Auch diese Seite hat noch viel Potenzial in vieler Hinsicht. Aber: Es handelt sich um eine private Seite eines Ehrenamtlichen im Vorruhestand und nicht um eine Seite einer großen Volkspartei…]

Wie schlecht sind sie wirklich. Ich wollte es einfach mal wissen. Nach der Gründung des politcamp e.V. (ein anderes Mal mehr…) bin ich nach hause gefahren und wollte die CDU-Landeswebseiten mal auswerten, um zu schauen, wer smart unterwegs ist und wer nicht.

Technische Fehler der CDU-Seiten

Aus der 20 Minuten Aktion wurde irgendwann ein irrer Aufwand, weil sämtliche Tools an fehlenden technischen Basics der Seiten gescheitert sind. Zusammenfassen lassen sich die Ergebnisse ungefähr so:

Gesamtrang des technischen Unvermögens von CDU Internetauftritten im August 2011

Gesamtrang des technischen Unvermögens von CDU Internetauftritten im August 2011

Der Gesamtrank enthält Punkte für Dinge, die man nicht tut. Wer Dinge, die man nicht tun sollte am Wenigsten tut bekommt die Wenigsten Punkte. Dinge, die man nicht tut sind zum Beispiel:

  • Seiten verlinken, die es an der Stelle nicht gibt (kein 200er Status)
  • Extra-Strafe bei Weiterleitung der Startseite. Noch was Extra, wenn man das per Meta-Refresh, oder 302-Status tut
  • Fehler im HTML und CSS
  • Fehler in Bezug auf Accessibility und Barrierefreiheit
  • Langsam laden
  • Viele Bilder, CSS und JS – Dateien referenzieren
  • Keine Überschriftenlogik, keine Beschreibung der Seite, keinen Seitentitel

Die einzelnen Themen habe ich nicht gewichtet, auch wenn ich überlegt habe die CDU Sachsen allein aufgrund des Meta-Refreshs von cdu-sachsen.de auf wissen.cdu-sachsen.de zu disqualifizieren.

Was wurde gemessen?

Wie oben beschrieben hab ich einige Probleme bei der Datenerhebung gehabt.
Dennoch habe ich insgesamt reliable Ergebnisse (für eine Quick&Dirty-Studie).

Für alle Startseiten der normalen Parteiseiten (bei CDU-Berlin also http://www.cduberlin.de/index.php und nicht die Vorschaltseite) hab ich erhoben (Links zu den Tools oben in der Liste):

  • für HTML-Standardkonformität laut W3C- und CSS-Validator
  • Accessibilty-Wert laut wave.webaim.org
  • alle Überschriften 1 und 2 (H1 und 2)
  • Description und TItle
  • Wird ein Trackingtool eingesetzt? Welches?
  • Ladezeit und weitere Objekte laut tools.pingdom.com (jaja, ich weiß, es gibt andere, aber mit pingdom hab ich am Schnellsten Ergebnisse in einer Tabelle)

Weil mich die Ergebnisse so erschreckt haben, habe ich noch mal einen Crawler angeschmissen und versucht mir von jeder Domain 500 Seiten zu ziehen. Dazu kommen wir vielleicht am Schluss noch mal.

Die CDU Hamburg und dieses Internet-Dingens

Bevor wir uns die Ergebnisse im Detail ansehen, hier einer meiner kleinen Lieblingsfunde:

Die CDU Hamburg und dieses Internetdingens

Die CDU Hamburg und dieses Internetdingens

Höchst professionell: Bei der CDU-Hamburg kann man sich ein „Dingens“ ein- oder ausblenden

Ein Gefühl für die CDU und das Internet bekommen

Für den Anfang schauen wir uns nicht die Seiten selbst an, sondern versuchen über Google ein Gefühl für die Größe der Seiten zu bekommen.

site:domain.de gibt alle Seiten aus, die Google zu einer Seite kennt. Vorsicht: Bei CDU.de wird auch brandenburg-cdu.de gefunden. Daher müssen wir in solchen Fällen die komplette Subdomain suchen, also www.cdu.de. Um einheitlich zu bleiben machen wir das überall…

Anzahl der Seiten im Google Index von CDU Internetseiten im August 2011

Anzahl der Seiten im Google Index von CDU Internetseiten im August 2011

Wir sehen: Lediglich 5 Domains haben mehr als 1.000 Seiten. Spannend ist die CDU-Sachsen. Eine Seite im Index. Hier könnte man auch zum Vergleich wissen.cdu-sachsen.de abfragen anstatt www.cdu-sachsen.de abzufragen. Tu ich aber nicht, denn Strafe muss sein.

Anzahl der Wörter auf Startseiten von CDU-Seiten im August 2011

Anzahl der Wörter auf Startseiten von CDU-Seiten im August 2011

Die Anzahl der Wörter auf der Startseite ist kein großartig wichtiger Wert. Aber sie hilft uns einzuordnen, wie die Seite funktionieren soll. Sollen hier nur bunte Bilder gezeigt werden (wie auf cdu.de), oder soll versucht werden direkt Informationen unterzubringen?

Wir sehen: Hamburg, Sachsen, Bremen, Schleswig-Holstein gehören zu Typ 2. CSU, Saarland, Meck-Pomm definitiv eher zur Bildervariante.

Beide Werte sagen noch nichts über die eigentliche Qualität der Seite aus, sondern sollen uns nur sagen: Gibt es viel Inhalt, oder wenig? Was steht im Vordergrund? Bild oder Text?

Die CDU bewegt sich etwas kopflos im Internet

Und bevor wir uns jetzt wirklich dem Elend widmen, noch ein Screenshot aus der „Benutze Kopf mit Tisch“–Rubrik:

Kopflose Internetseiten: Hier: Headbereich der Startseite der CDU Sachsen-Anhalt

Kopflose Internetseiten: Hier: Headbereich der Startseite der CDU Sachsen-Anhalt

Wer sich mit HTML-Quelltext nicht auskennt: Grundsätzlich unterscheidet man zwischen „Head“ und „Body“. Im Head-Bereich stehen Meta-Informationen für den interessierten Nutzer oder Bots. Außerdem werden hier CSS- und JavaScript-Dateien referenziert, die der Darstellung des Inhalts dienen. Der eigentliche Inhalt der Seite steht im Body-Bereich.

Auf dem Screenshot sehen wir einen sehr minimalistischen Head-Bereich mit einem JavaScript, dass an der Stelle nichts zu suchen hat.

Ein durchschnittlicher Head-Bereich einer ordentlichen Seite dürfte etwa genau so lang sein, allerdings würde anstatt des JavaScripts sinnvolle Information dort stehen:

  • Wann wurde die Seite zuletzt aktualisiert?
  • Wie kann man den Inhalt zusammenfassen?
  • In welcher Sprache ist der Inhalt geschrieben?
  • Darf ich als Bot die Seite holen und speichern?

Ein solcher Headbereich ist mir schon länger nicht mehr untergekommen. *schüttel*

Die CDU ist zu langsam für das Internet

Nun aber wirklich zu kurzen Ergebnissen. Wie schnell ist eigentlich schnell?

Ladezeiten von CDU Internetseiten im August 2011

Ladezeiten von CDU Internetseiten im August 2011

Wir wissen ja. Zeit ist Geld und je länger wir warten müssen, desto weniger Zeit haben wir zum Lesen der politischen Inhalte, um die es eigentlich geht. Je länger es dauert, desto aggressiver werde ich und desto weniger Lust habe ich mich konstruktiv auf die Inhalte einer Seite einzulassen.

Könige in dieser Kategorie sind mit Sicherheit BW und Thüringen mit fast 10 Sekunden Wartezeit.

Schlimm finde ich das insbesondere vor dem Hintergrund, dass mir auf diesen Seiten noch nicht wirklich Inhalte angeboten werden.Beide haben nur knapp über 100 Wörter auf der Startseite.

Natürlich gibt es auch positive Beispiele: CSU und Hessen sind schon ziemlich schnell. Ich finde ja alles unter 1 Sekunde gut. Alles unter 3 Sekunden kann man nebenbei Stück für Stück verbessern. Mehr als 3 Sekunden ist dringender Änderungsbedarf und mehr als 6 Sekunden sind aus meiner Sicher ein Kündigungsgrund.

In der CSV-Datei (Download s.u.) findet man auch einige Gründe für die Ladezeit. Bis zu 28 CSS Dateien, 22 Java Scripte und 331 Bilder sollen geladen werden.

Ich hab es nicht geprüft, gehe aber davon aus, dass alles unkomprimiert übertragen wird und auch keine Gedanken über nicht mehr benötigte Anweisungen verschwendet werden.

Je mehr Dateien, desto schlimmer. Es gibt durchaus Möglichkeiten CSS, JavaScripte und sogar die Layoutbilder zusammen zu fassen. Und das ist noch nicht mal großer Aufwand. spart aber auf beiden Seiten Ressourcen, verschlankt den Quelltext, führt zu mehr Übersichtlichkeit und Wartbarkeit — ach was red ich drüber. Laut der Daten und ohne es näher zu prüfen dürfte man lediglich bei der CDU-Saar einen interessierten Gesprächspartner zu diesem Themenkomplex finden.

Alte Partei: Nicht barrierefrei

Accessibility und Standardkonformität von CDU-Seiten im August 2011

Accessibility und Standardkonformität von CDU-Seiten im August 2011

Accessibility beschreibt die Möglichkeit unter bestimmten Nutzungseinschränkungen eine Seite benutzen zu können.

Nutzungseinschränkungen können Blindheit, Taubheit, haptische Beeinträchtigungen usw. sein.

Um auch Menschen mit Einschränkungen das Benutzen der Seiten zu ermöglichen ist es wichtig standardkonform zu arbeiten, damit die Geräte, die diese Menschen unterstützen sollen korrekt arbeiten können.

In dieser Kategorie bekleckert sich niemand so richtig mit Ruhm. Lediglich NRW ist halbwegs standardkonform…

Wichtig übrigens auch: Je mehr Fehler ich hier mache, desto schlechter kann auch ein Bot, zum Beispiel einer Suchmaschine mit der Seite umgehen. Beeindruckend finde ich, dass lediglich 4 Seiten eine Überschrift 1. Ordnung (H1) haben. Die die es haben, bauen aber mehr als eine Überschrift. Auch das ist schwierig, wie soll denn eine Maschine bei mehreren Überschriften erster Ordnung schnell feststellen, worum es geht / welche relevant ist. Bei den Überschriften 2. Ordnung (H2) sieht es nicht besser aus.

barrierebewehrte Barrierefreiheit der CDU Hessen

Zum Thema Accessibility auch noch mal ein schöner Screenshot der CDU Hessen:

barrierenbewehrte Barrierefreiheit bei der CDU Hessen im August 2011

barrierenbewehrte Barrierefreiheit bei der CDU Hessen im August 2011

Der Link zeigt den Quelltext einiger Links, die die Ansicht der Seite verändern können. Lustigerweise heißen diese Bilder barrierefrei.jpg, obwohl sie keinen Alt-Text haben, der helfen könnte das Bild maschinenlesbar zu machen. Das wäre nicht unbedingt relevant, wenn es einen klaren Linktext geben würde. Das ist aber nicht der Fall.

Die CDU und das Internet: Eine Statusfrage?

Status Code nennt man die Antwort des Servers auf die Anfrage eines Nutzers. Der beliebteste dürfte der 200er sein. Der heißt: Alles gut, ich hab das gesuchte Dokument, Du darfst es sehen und ich kann es Dir geben. Der bekannteste ist allerdings der 404er. Er heißt: Ich hab das gesuchte Dokument nicht. In der Regel tritt er auf, wenn Jemand Dokumente auf dem Server verschoben hat und keine Ahnung hatte, was er da tut. In einer korrekt installierten und sauber gewarteten Umgebung sollte man keine 404er finden und auch keine internen Links auf Seiten, die inzwischen wieder verschoben wurden.

Die gecrawlten Daten zeigen, dass es (selbst bei dem kleinen Sample) bei mindestens 5 Umgebungen Probleme gibt, teilweise in größerem Ausmaß.

Bei der CDU-NRW mochte man mich offensichtlich nicht und hat relativ zügig nur noch geantwortet, dass ich die Seite nicht laden darf.

Warum ist mir ein wenig schleierhaft. Bei der geringen Anzahl an Seiten bestand (eigentlich) keine Gefahr den Server in Bedrängnis zu bringen. Sollte es doch aus diesem Grund sein, müsste man eventuell mit dem Webmaster mal reden. ;)

Erhoben und nicht ausgewertet

Anzahl und Länge von Title, Description, Keyword-Tag hab ich nicht näher ausgewertet.

Allein der Unterschied in der Länge zeigt ja, dass hier jeder etwas anderes macht…

Die zwingenden Anforderungen sind hier begrenzt. Gewisse Grenzen sind aber sinnvoll. Verzichten kann man meinetwegen gern auf die Meta-Keywords. Title, Description, H1 und H2 sind aber zwingendes muss. Und zwar individuell je Einzelseite.

Das bringt mich noch mal zu einem weiteren Punkt: Doppelte Inhalte. Wer Seiten (den selben Artikel) unter verschiedenen URLs verfügbar macht (http vs. https, Parameter, Subdomains, Ordner, PHP + HTML, …, …, …) der macht sich nicht nur das Leben in Bezug auf Wartung (und zB caching) schwerer, sondern bekommt auch ein echtes Problem mit Inkonsistenzen im System, verschwendeter Energie bei Suchmaschinen und meinen persönlichen Ineffizienz-Award.

TrackingCode, das Politikum, oder: Ist Datenschutz nur machbar, wenn einem Besucher egal sind?

Tracking der Nutzer ist ein Politikum geworden.

Ich behaubte, dass man ohne Tracking nur schwer sinnvolle Seiten bauen kann. Das schrieb ich schon mal: ULD empfiehlt sinnloses Tracking.

  • Man ist nicht nur langsamer als die Konkurrenz, sondern entwickelt im Zweifel einfach in die falsche Richtung.
  • Man merkt nicht, ob bestimmte Probleme mit der Seite bestehen
  • …und man merkt nicht, wann man eventuell mehr Ressourcen bereitstellen muss.
  • Man merkt auch nicht, ob man die Leute erreicht, die man erreichen möchte
  • Man kann auch keine Kampagnen auf das Nutzerverhalten abstimmen.

Von daher finde ich es interessant mal zu schauen, wer mit welchem Tool trackt.

Hier also das Ergebnis:

  • Google Analytics (finde ich als Partei mutig noch einzusetzen, finde aber sehr ordentlich, dass man es tut. Diese Google Analytics-Debatte ist völlig abstrus. Was ich allerdings nicht gecheckt habe: Wurde das Tracking anonymisiert.): CSU.de
  • eTracker (über eTracker kann ich nicht viel sagen. Also auch nichts schlechtes. Habe von vielen gehört, dass es wirklich brauchbar sein soll. eTracker ist aber eines der wenigen TrackingTools, mit dem ich mich noch nicht intensiver auseinander gesetzt habe. eTracker scheint ein wenig die Empfehlung der CDU zu sein.): cdu.de, cdu-niedersachsen.de, cdu-nrw.de
  • Piwik (Warum ich der Meinung bin, dass Piwik kein richtiges TrackingTool, sondern nur bunte Logfile-Analyse ist hab ich schon geschrieben. Auch wenn hier in der Entwicklung viel getan wird und man sich teilweise in die richtige Richtung bewegt, so meine ich doch einige veraltete Tracking-Codes gesehen zu haben.): cdu-bw.de, cdu-sachsen.de, cdu-sh.de, cdu-thueringen.de
  • Keines (Jawoll: Keines. Ich weiß wirklich nicht, was ich davon halten soll. Arbeitet man hier auf Logfile-Ebene? Eigentlich kann das überhaupt nicht wahr sein. Erklärt aber, warum einige Seiten so aussehen, wie sie aussehen.): brandenburg-cdu.de, cdu-bremen.de, cdu-mecklenburg-vorpommern.de, cdurlp.de, cdu-saar.de, cduberlin.de, cduhamburg.de, cduhessen.de, cdulsa.de

Schlussnotizen und Passspiel

Das Ganze ist nicht weder wissenschaftlich, noch gründlich. Umso erschreckender finde ich, dass derart viele Fehler in ungefähr 30 Minuten auftauchen (wenn man erstmal die Start-URLs rausgesucht hat).

Nun also Ihr:

  • Wie ist Euer Eindruck?
  • Was fehlt noch unbedingt?

Datenmaterial

p.s: Der Artikel geht recht schludrig mit Links um und die Dateien sind auch nicht gerade optimal beschrieben. Von der -ähem- unorthodoxen Verwendung des blockquotes ganz zu schweigen. Ich entschuldige mich hiermit für sämtliche Fehler mit der schlechten Ausrede, dass meine Internetverfügbarkeit hier während der Bahnfahrt durch Brandenburg nur suboptimal ist…