Kinderbeauftragter, Kindergarten, Sucht.

Gestern Abend war Jugendhilfeausschuss. Es war eine lange Sitzung mit spannenden Vorträgen und Diskussion und einer traurigen Mitteilung.

  1. Das Traurige Vorweg: Unser Kinderbeauftragter Hans-Jürgen Sommerfeldt macht steht nichtmehr für eine weitere Amtszeit für dieses Ehrenamt zur Verfügung. Ich persönlich finde das richtig schade. Auch wenn ich nicht in allen Punkten mit ihm einer Meinung war, so ist es bewundernswert, was dieser Mann auf die Beine gestellt hat für Stormarner Kinder. Neben wissenschaftlichen Expertisen über die Situation und Interessen Stormarner Kinder, die Vermittlung unbürokratischer Hilfe in Notsituationen, Wettbewerbe für Kinder und vielem mehr hat Herr Sommerfeldt das Amt wesentlich politischer aufgefasst als seine Vorgängerin. Mir hat diese Art zu arbeiten sehr gut gefallen. Gerade weil Herr Sommerfeldt dieses Amt sehr unideologisch ausgeübt hat.

    Es wird wieder eine Diskussion über den Text der Ausschreibung für den nächsten Kinderbeauftragen geben, in der wir die Hinweise von Herrn Sommerfeldt aufgreifen wollen, der der Auffassung ist, dass die Aufgabenstellung für einen Kinderbeauftragten durch die Kreistagsabgeordneten zu weit gefasst sei. Ich finde es eigentlich gut, dass wir dem Amtsinhaber solche Spielräume lassen sich auch ein Stück weit in diesem Amt zu verwirklichen, vor allem aber eigene Schwerpunkte in seiner Arbeit zu setzen. Ich denke, dass uns und vor allem den Kindern mehr damit geholfen ist, als mit einer sehr konkreten Aufgabenstellung, die die Fantasie des Ehrenamtlichen Kinderbauftragten und die Möglichkeit zur Setzung eigener Schwerpunkte eben sehr stark einengt.

    Regelrecht entsetzt war ich von den Grünen in dieser Sitzung. Dass es mit der SPD mittlere Meinungsverschiedenheiten über die Art und Weise, wie der Kinderbeauftragte ausgeschrieben wird und sein Aufgabenbereich definiert wird, gibt, war mir klar. Dahinter steckt aber das gemeinsame Ziel das Amt des Kinderbeauftragten zu stärken und ihn und seine Haushaltstitel gegen die Angriffen der Finanzpolitiker zu schützen. Die Grünen möchten jetzt eine Abschaffung des Amtes und die Einsetzung eines obskuren Gremiums, konkreteres war da leider noch nicht heraus zu hören. Kommt ja vielleicht noch. Auf jeden Fall finde ich das Total daneben funktionierende Strukturen einfach mal so, weils einem gerade passt mal zu zerschlagen. Zum Glück gibt es hierfür keine Mehrheit im Kreistag.

  2. 94,2% ist ja wohl die Zahl des Tages. Das ist nämlich unsere Quote der Kindergartenplatzversorgung in Stormarn. Auch der Ausbau von Betreuungsplätzen von unter-3-Jährigen geht zufriedenstellend voran. Beides kann man dem aktuellen Kindertagesstättenbedarfsplan2007 entnehmen, der gestern vorgestellt wurde. An zwei Punkten sehe ich aber deutlichen Diskussions- und Handlungsbedarf:
  • Hortbertreuung unter dem Einfluss der Ganztagsschulen. Wir bekommen in Stormarn immer mehr Ganztagsschulen, was sehr wichtig ist. Zur Zeit lässt sich aber noch nicht ausreichend abschätzen, wie groß ein eventuell dadurch entstehender Rückgang bei den Hortkindern an den Einzelnen Horten sein wird. Hier müssen wir sehr wachsam sein, um entsprechend nachsteuern zu können.
  • Einige Städte und Gemeinden weisen Wohngebiete aus ohne entsprechend auch ihre soziale Infrastruktur (insbesondere Kindergärten) auszubauen. So geht es nicht. Das Ergebnis und die reale Versorgung könnte deutlich besser sein, wenn diese Gemeinden und Städte die Versorgung mit Betreuungsplätzen als sozialen Auftrag und wichtigen Standortfaktor für eine Gemeinde verstehen würden. Gerade in Neubaugebiete ziehen junge Familien, in denen beide Elternteile arbeiten müssen(!) um den Hausbau zu finanzieren. Für diese Familien nicht entsprechend vorzusorgen ist gelinde gesagt eine Frechheit, den Eltern, den Gemeinden, die sich viel Mühe in der Ausgestaltung und Finanzierung der Angebote machen, und vor allem den Kindern gegenüber. Exemplarisch sei Bad Oldesloe hier gebrandmarkt als eine Stadt, die nicht ausreichend daran arbeitet die kindgerechte soziale Infrastruktur weiter auszubauen.

3. Sucht-, Gewalt und Medienprävention, sowie Jugendschutz. Die entsprechend zuständigen Mitarbeiter des Kreises haben ihren Bericht abgehalten. Auch hier ist es klasse zu sehen, dass Erfolge verzeichnet werden. Diese Berichte sind immer sehr beeindruckend. Auch dieses Mal haben wir festgestellt, dass man im Bereich der Prävention immer nochmehr machen kann. Allerdings ist der Kreis hier sehr gut aufgestellt. Auch dieser Bericht ist wirklich lesenswert!

Ich stelle gerade fest, dass der Kreis unbedingt einen vernünftigen Online-Sitzungsdienst braucht. Nur die Einladungen online zu stellen und nicht die entsprechenden Vorlagen mit bereitzustellen ist ziemlich bürgerfeindlich. Auch die beste Homepage aller Kreise in Schleswig-Holstein muss hier nachbessern, da sind viele Kommunen schon weiter (Ahrensburg, Glinde, Reinbek)

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