RegS?ex auf der SEO-Campixx 2011 — Der RegEx Vortrag

Am Wochenende hat die SEO-Campixx 2011 in Berlin stattgefunden.
Über die Vorträge, die ich mir angesehen habe werde ich heute Abend wohl noch einen Beitrag schreiben. Hier nur mein Vortrag.

Nachdem ich letztes Jahr über Excel für SEOs geredet hatte dieses Mal eine weitere Nieschen-Session. Auch dieses Jahr war ich von der Beteiligung positiv überrascht 30 Leute etwa wollten wissen, was ich so mit Regulären Ausdrücken (RegEx) anstelle.

Nach dem ich durch die Folien gerauscht war (Steigerungslauf, Sprechgeschwindigkeitstechnisch…), haben wir noch ein bisschen Q&A gemacht. So hatte zum Beispiel Axel gefragt, wie ich folgendes Problem lösen würde:
* 100 URLs, von denen ich die Description haben will (+Zeichen zählen)
Grundsätzlich gibt es mE zwei fixe Herangehensweisen:

  1. kleines PHP-Skript (get_file_contents und preg_match sind hier die Stichwörter)
  2. Terminal:
    curl www.kfz.net | grep "description" | sed 's/meta name="description" content="//g' | wc

Curl holt dabei das HTML, grep sucht die Zeile raus, die Description enthält und mit sed ersetzen wird alles, was wir aus dieser Zeile nicht brauchen. Die hier verwendete RegEx funktioniert natürlich nur zuverlässig, wenn alle URLs, die ich mir hole im Head-Bereich das gleiche Template verwenden. Alternativ (und eigentlich einfacher) wäre es nicht zu löschen, was wir nicht brauchen, sondern nur zu behalten, was wir brauchen. Also nicht nach ‘

Der letzte angehängte Befehl (wc) gibt dann noch die Anzahl der Wörter, Zeilen und Zeichen aus. Wenn ich mir also eine kleine Schleife baue, die den Befehl für jede URL durchzieht hab ich fix mein Ergebnis.

Danke an alle Teilnehmer des Workshops für Eure Nachfragen, Anregungen und Anmerkungen und dafür, dass Ihr es mir so einfach gemacht habt über ein komplexes Thema zu sprechen. Hoffe es hat Euch ein paar neue Ideen eingebracht.

Neuer Lehrplan

Am Sonntag wurde in Hamburg ein Volksentscheid zur Schulreform durchgeführt. Ich hab natürlich als Neu-Hamburger auch abgestimmt. Allerdings habe ich an vielen Stellen die Aufregung nicht verstanden. Ich glaube, dass man in jedem Schulsystem tolle Ergebnisse erzielen kann.

Wichtiger als das Schulsystem sind meines Erachtens:

  • Qualität der Lehrer(ausbildung)
  • Klassengröße
  • Motivation von Lehrern und Schülern

Aber auch wenn diese Zeichen alle auf grün stehen heißt das noch nicht, dass Schule Erfolg hat (Erfolg hier definiert als Vorbereitung der Schüler auf das Leben nach der Schule).

In Verbindung mit dem Rücktritt Ole von Beusts hatte meine Kollegin Astrid Staats getwittert:

Wird der @johanstormarn jetzt eigentlich Bürgermeister

Auf Facebook gab es dazu eine Diskussion, in der Jemand schrieb:

Das könnte heißen, dass anstatt einer Primarschule die Excel-Pflicht eingeführt wird.

Daraufhin wurde ein Lehrplan entworfen:

Lehrplan: 1. Alphabet 2. Zahlen von 1 bis 10 3. Regular Expressions

So ganz abwegig ist das nicht. Denn schließlich ist der Umgang mit PC, neuen Medien, etc. essentiell für den beruflichen Erfolg in vielen den meisten Berufen.

Hier also eine persönliche Lehrplanskizze, die das berücksichtigen soll:
Grundschule

  • Lesen
  • Rechnen
  • Schreiben
  • logisches Denken
  • kreatives Denken
  • Freude an der Neugier
  • Hinterfragen lernen
  • Mediales Bewusstsein

Weiterführende Schulen

  • Logische Operationen, RegEx
  • Medienkritik
  • Excel, Word, Powerpoint, CMS
  • Netiquette
  • Programmieren
  • wissenschaftliches Recherchieren
  • Spaß haben ohne Medien (Geschichte)

Ziel muss sein: Mach Dir die Technik zum Untertan, sei nicht ihr Sklave. Und sei Dir bewusst, was Du tust, im Zweifel kann es jeder sehen und es verfolgt Dich auf ewig. Auch dann, wenn die gesellschaftlichen / persönlichen Umstände sich ändern kann etwas, was heute unbedenklich ist verwerflich werden und gegen Dich verwendet werden.

Austritt bei der Linken Stormarn

Über Lukas Kilian hab ich eben eine Meldung gelesen, die mich nicht überrascht hat: Auflösungserscheinungen bei den Linken Stormarn (Artikel dazu bei den Lübecker Nachrichten).

Susanne Agne ist aus der Fraktion ausgetreten (auch wenn sie aktuell noch als Mitglied der Kreistagsfraktion auf der Homepage geführt wird). Und das offensichtlich nach gewaltigem Krawehl. Schon gegen Mitte letzten Jahres haben wir immer öfter von Problemen in der Linken gehört (manchmal wurden die in Ausschüssen, oder im Kreistag offensichtlich). Der Flurfunk der Stormarner Kreistags sprach von lauten Streitigkeiten und handfesten Auseinandersetzungen mit Tendenz zum Raufhändel.

Grundlage für den Streit scheint das große Problem der Linken zu sein: Seriöse Partei spielen mit den Personen, die gewisse demokratisch sozialisierende Arbeit in Gewerkschaften und in der SPD gesammelt haben, oder allgemeine Protestbewegung. Beides Personal fand sich in der Linken Kreistagsfraktion in Stormarn. Gleichzeitig war nicht zu übersehen, dass sich nicht alle Personen auf der persönlichen Ebene grün waren.

Letzteres ist spätestens mit dem Austritt/Rausschmiss von Susanne Agne deutlich geworden. Laut LN hat der Fraktionsvorsitzende Heiko Winckel-Rienhoff über sie gesagt:

„Sie ist nicht teamfähig, sie hat ihren eigenen Kopf, ist nicht kompromissfähig.“

Gleichzeitig bedauert Fraktionskollegin Heidi Beutin den Rückzug, da Agne eine kompetente Kraft im Bereich des sozialen gewesen sei. Beide Äußerungen machen nur deutlich, dass bis zur nächsten Wahlperiode die Fraktion der Linken Stormarn wohl noch weitere personelle Änderungen erfahren wird.

Johans Vorurteilsgraph

Vorurteile sind wichtig.

Unser Gehirn ist nur darauf ausgelegt eine begrenzte Menge an Informationen aufzunehmen. Gerade wer viel mit dem Internet zu tun hat, der weiß, dass man sich auf einzelne Dinge konzentrieren muss. Man arbeitet mit Externalisierung, massiver Strukturierung und bewusster Limitierung gegen die Informationsflut an. Aber auch, wenn man hier einen hohen Professionalisierungsgrad erreicht kriegt man noch nicht alle Dinge geregelt.

Vorurteile können da hilfreich sein. Sie ziehen eine weitere Ebene der Konzentrationserleichterung ein: Simplifizierung. Erst Vorurteile ermöglichen es sich schnell auf neue Situationen und Personen(Gruppen) einzustellen.

Die Sache hat allerdings einen Haken. Je mehr ich meine Gedanken gegenüber anderen in Vorurteilen und Prekonditionierungen strukturiere, desto eher liege ich falsch und es kommt zu Missverständnissen, die zu einem erhöhten Aufwand führen. Ich muss sie aufdecken, qualifizieren und im Zweifel ausräumen.

Der Leitsatz muss also lauten:

Vorurteile sind wichtig, man muss sie nur von Zeit zu Zeit neu gruppieren.

Mit Regruppierung von Vorurteilen erreiche ich, dass Missverständnisse häufig schneller aufgetan werden, nicht so massiv werden und vor allem Fairness in das System einzieht. Es ist nicht schlimm Menschen zu Kategorisieren, man muss ihnen nur ab und an neue Attribute zuweisen. Mir hilft dabei mein patentierter Vorurteilsgraph:

Wichtig ist, nicht nur die Werte fortzuschreiben, sondern auch zu beachten, dass ein Mensch nie zu einer Gruppe gehört und sich die Konstellationen der Werte natürlich wiedersprechen können (Ich habe aber gute Erfahrungen gemacht mit einem ungewichteten Mittel zwischen den Eigenschaftsgruppen. Natürlich würden die Ergebnisse besser, wenn man nach dem Persönlichkeitseinfluss gewichten würden (Musik zählt mehr als Herkunftsstadt). Außerdem ist in diesem Modell das Problem von Einflussfaktoren und Ausdrucksfaktoren noch nicht hinreichend gelöst…