4,5 Jahre und ein verdientes Ende

Ich hatte es neulich ja schon angedeutet. Ich habe mein Studium beendet. Viele meiner Leser wissen, dass ich nach Abitur und Zivildienst in Hamburg begonnen habe Soziologie zu studieren. Ein Unterfangen, das nur sehr begrenzt von Erfolg gekrönt war. Zum einen bin ich wohl zu praktisch geprägt für den Elfenbeinturm der Soziologie, zum zweiten hat mein politisches Engagement (damals war ich Kreisvorsitzender der 600 JU-Mitglieder im Kreis, Mitglied im erweiterten Landesvorstand der Jungen Union, Mitglied im Kreisvorstand der CDU, Stadtverordneter, Kreistagsabgeordneter, Vorsitzender der JU Ahrensburg, Mitglied im Vorstand der CDU Ahrensburg, Vorsitzender des Rings politischer Jugend Ahrensburg, und bestimmt noch einiges mehr) sicherlich nicht geholfen mich in die abstrakte Denke des Soziologen hinein zu versetzen. Nach einem etwas unerfreulichen Gespräch mit einem Professor über Inhalte des Studiums, meine Ansichten und den Willen diese zu äußern, sowie die allgemeine Meinungshegemonie des Fachbereichs, hatte ich mich nach etwas über einem Semester entschlossen diesem Studium den Rücken zu kehren und etwas neues zu suchen.

Meine neue universitäre Heimat war an der ehemaligen Hochschule für Wirtschaft und Politik Hamburg schnell gefunden. Durch die Fusion der ehemaligen HWP mit der Universität Hamburg war der organisatorische Teil recht schnell erledigt. Insbesondere, da ich mir nicht die Mühe gemacht habe einen meiner alten Scheine an der HWP anerkennen zu lassen. Ich wollte halt neu durchstarten.

Für diejenien, die sich in Hamburg nicht so gut auskennen: Die HWP ist eine von den Gewerkschaften als Kaderschmiede gegründete Universität. Ursprungsgedanke war die Arbeitnehmer für den Arbeitskampf auszubilden. Das Besondere an der HWP:

  1. Hoher Anteil von älteren Studierenden, die zu einem großen Anteil auch kein Abitur haben, sondern ihre Studienberechtigung über eine abgeschlossene Ausbildung, Arbeitserfahrung und eine Leistungsprüfung erwerben.
  2. Interdisziplinäres Studium von BWL, VWL, Soziologie und Recht

Das war genau das richtige für mich: Wenig verkopfte Studenten, ein großer Anteil an Kommilitonen mit Lebenserfahrung und der Luxus erst nach zwei Semestern entscheiden zu müssen, in welchem Fach ich meinen Bachelorabschluss machen möchte.

Obwohl ich nie BWL studieren wollte habe ich mich nachher für BWL mit dem Schwerpunkt Marketing entschieden. Ein Schritt, den ich nicht bereut habe. Auch wenn mir ein reines BWL-Studium echt zu öde gewesen wäre hat der Dialog mit den Studierenden der anderen Fachrichtungen und die zu belegenden Kurse aus den anderen Fachgebieten für stete Belebung gesorgt.

Wie auch immer: Ich habe dieses Studium abgeschlossen. Mit einer ordentlichen Bachelorarbeit, die eine ordentliche Note erhalten hat. Aufgrund eines suboptimalen Kursangebots der Uni in meinem sechsten Semester hab ich für einen benötigten Scheinnoch ein Semester angehängt. Eine gute Entscheidung. Es war das anstrengendste und lehrreichste meiner Semester. Insbesondere weil ich alle Kurse freiwillig besucht und nicht die Möglichkeit genutzt habe noch ein bisschen Notenkosmetik zu betreiben.

Hier also noch einmal zur Kenntnis:
Das Studium ist seit April 2009 beendet. Mit einem soliden Bachelor of Arts in Betriebswirtschaftslehre mit der Note gut. Und es hat Spaß gemacht. Manchmal war es mit der Hegemonie der Gewerkschaftler ein wenig anstrengend, aber die Kommilitonen waren toll, zumindest diejenigen, die ihren eigenen Anspruch der Toleranz auch wirklich leben konnten

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