Kein Tourismusmarketing, Regionalmarketing

Wer in den letzten Tagen die lokale Presselandschaft verfolgt hat konnte ein dominantes Thema verfolgen: Tourismusmarketing

Im Kern geht es um diesen Sachverhalt: Es gibt ein Tourismusmarketingkonzept und Tourismusmarketing war schon in den 90ern Thema. Dennoch findet Stormarn im Tourismus nicht statt und ist auch auf den Karten der Landestourismusagenturen ein weißer Fleck. Grund: Es gab ein Konzept aber kein Personal, keine Mittel, keine Kompetenzen und keine Zuständigkeiten zur Umsetzung.Die Diskussion dreht sich jetzt im Kern um die Frage, ob ein neuer Anlauf ins Tourismusmarketing gestartet werden sollte mit Personal, Verantwortung und so weiter, oder ob man weiterhin weißer Fleck spielen möchte. Die Verwaltung schlägt eine Summe um 160.000 dafür vor, die noch nicht im Haushalt stehen. Im Haushalt für 2009 stehen lediglich 10.000 zur Entwicklung des Konzeptes mit einem Sperrvermerk zur Verfügung.

Für viele Kreispolitiker steht fest, dass man einen solchen Anlauf unterstützen wird, aber nicht alleine die Finanzierung übernehmen möchte. Mindestens die DEHOGA müsse sich zur Beteiligung bereit erklären.

Ich persönlich glaube, dass man unheimlich Potenzial verschenkt, wenn man sich lediglich auf Tourismusmarketing beschränkt. Wichtiger finde ich ein ernsthaftes Regionalmarketing, dass sich auch um Wirtschaftsbetriebe oder Neubürgerwerbung kümmert. Unter einem solchen Dach könnte man nicht nur die Stadtmarketing-Aktivitäten aus Ahrensburg, Bad Oldesloe, Glinde, Reinfeld und anderen bündeln, sondern auch die DEHOGA, die Wirtschaftsaufbaugesellschaft (WAS) und andere, die in Ansätzen in die gleiche Richtung Denken zusammenfassen. Somit lassen sich in dem Bereich gemachte Erfahrungen und Kontakte nutzen und auch die Finanzierung auf viele Schultern verteilen.

Wichtig ist, dass es einen hauptamtlich Verantwortlichen gibt. Wenn man sich dafür entscheidet ein richtiges Regionalmarketing zu machen hoffe ich, dass man sich ausreichend Zeit in der konzeptionellen Phase nimmt um dann was großes auf die Beine zu stellen. Die einfache und billige Variante wäre nur Tourismuswerbung anhand des neun Jahre alten Konzeptes zu machen. Das wäre aber halbgar und würde nur eines von vielen Gebieten abdecken.

Im Übrigen ist es so, dass Stormarn viel zu bieten hat. Nicht nur das Schloss Ahrensburg, das Schloss Reinbek und eine pittoreske Altstadt in Bad Oldesloe. Da wäre zum Beispiel das Gut Jersbek, die Aussichtsplattform „langer Otto“ in der Hahnheide bei Trittau mit Sicht bis zu den Häfen Hamburg und Lübeck, die vielen kulturellen Veranstaltungen im Marstall Ahrensburg oder der Trittauer Wassermühle und noch vieles, vieles mehr.

Gleichzeitig muss man aber einfach im Kopf haben: Stormarn ist eher ein Tagestourismus-Gebiet. Um so wichtiger, dass man versucht sich nicht nur auf den Tourismus zu beschränken.

Ein paar den angesprochenen Artikel aus den letzten Tagen (alle Abendblatt.de):

  • „Politiker bekommen Wind von vorn!“
  • Stormarn braucht ein Tourismuskonzept
  • Grünen-Politiker: Alle werben für sich, nur Stormarn nicht
  • Im Übrigen werde ich morgen auf dem Stadtmarketing-Tag Schleswig-Holstein in Schleswig sein. Ich bin gespannt darauf und werde mal schauen, was man von dort mit- und eventuell übernehmen kann.

    One Response to Kein Tourismusmarketing, Regionalmarketing

    1. meines Erachtens sollte man sich doch lieber über ein regionales Marketing Gedanken machen und sich nicht auf ein spezielles Tourismusmarketing beschränken. Denn meiner Meinung nach spricht man doch bei einem regionalen Marketing doch viel mehr regionale Betriebe an als bei einem bereichsmäßig eingeschränkten Tourismusmarketing. Ich denke, so kann man ein viel größeres Spektrum ansprechen und der Erfahrungsautausch ist um so größer.
      Wie soll denn dieses Regionale Marketing funktionieren? Würde mich sehr interessieren, was Du Dir im Detail darunter vorstellst, denn bisher bin ich nicht überzeugt.

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