PKW, LKW, oder Zelt?

In der Ahrensburger Zeitung wird heute darauf hingewiesen, dass der DGB über Mindestlöhne informieren möchte. Ärgerlich an dem Artikel sind vor allem zwei Dinge:

1. Der zweite Absatz muss eigentlich in indirekter Rede geschrieben werden:

Es kommt nicht genug zusammen, um eine Familie zu ernähren, wenn beispielsweise 7,44 Euro pro Stunde im Bäckereigewerbe, 6,28 im Kfz-Handwerk, 6,57 im Hotel- und Gaststättenbereich oder 5,30 Euro im Bewachungsgewerbe gezahlt werden.

So wirkt es so,als wäre das ein unumstrittener Fakt. In Wirklichkeit scheint es sich aber um eine Stellungnahme des DGB zu handeln.

[Ironie an] 2. Um was für ein Fahrzeug handelt es sich, mit dem der DGB Werbung für Mindestlöhne machen möchte? Um einen LKW, wie die Überschrift vermuten lässt, oder um einen PKW, wie es im Text heißt? Das würde auch erklären, warum in letzten Satz von zwei Zelten die Rede ist.

Wenn Du sie nicht überzeugen kannst verwirre sie. Gerade ist dies DGB und AZ in Zusammenarbeit gelungen. [Ironie aus]

2 Responses to PKW, LKW, oder Zelt?

  1. Das ist journalistisch wirklich sehr unsauber. Leider aber passiert das immer häufiger, daß bestimnte Aussagen ohne Konjunktiv etc abgedruckt werden und so suggeriert wird, daß es sich um erwiesene unumstößliche Fakten handelt.
    Das Problem ist: Eigentlich müßte man jedesmal einen Leserbrief schreiben – aber wenn man das konsequent handhaben will, wird das ein Vollzeitjob…

  2. Ein Blick ins Stormarner Tageblatt hilft: ein 8m langer Lkw, zwei Zelte und ein 7m hoher „Skydancer“.
    Wie es journalistisch sauber geht, zeigt AZ-Verlagsschwester „Welt“ (18.4.2008):

    „Mehr als jeder fünfte Beschäftigte in Deutschland gilt als Geringverdiener. Dies geht aus einer in Amsterdam vorgestellten Studie des als arbeitnehmerfreundlichen geltenden Instituts Arbeit und Qualifikation der Universität Duisburg-Essen hervor. Demnach stieg der Niedriglohnanteil stieg von 1995 bis 2006 um gut 43 Prozent auf rund 6,5 Millionen Beschäftigte. (…) Der durchschnittliche Stundenlohn der Billigjobber lag 2006 bei 6,89 Euro im Westen und 4,86 Euro im Osten.“

    http://www.welt.de/wirtschaft/article1916351/Deutschland__das_Spitzenland_der_Billigjobber.html

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