Kinderschutz in Stormarn

Gestern war Ingo Löding vom Kinderschutzbund bei uns in der Kreistagsfraktion zu Gast. Ingo ist mir aus dem Jugendhilfeausschuss schon als realistischer, aber bestimmter Vertreter von Kinderrechten bestens bekannt.

Auch wenn Lukas mit seinem Bericht schneller war als ich, möchte ich doch noch ein paar Gedanken ergänzen, die wir gestern diskutiert haben und von denen heute auch das Abendblatt voll ist. Fakt ist nämlich, dass Kinderarmut nicht nur bei Familien mit Sozialhilfebezug existiert, sondern Kinder teilweise auch ein Armutsrisiko sein können. Dabei ist eigentlich unerheblich, welche Definition relativer Armut man anlegt. In aktuellen Studien wurde die Definition der EU (weniger als 60% des Durchschnittseinkommens) zu Grunde gelegt. Mit einem erschreckenden Ergebnis. So steht heute beispielsweise im Abendblatt:

<blockquote>Der Freiburger Finanzwissenschaftler Bernd Raffelhüschen nannte Altersarmut „eines der meistüberschätzten Phänomene der Gegenwart“. Statistisch gesehen sei die Wahrscheinlichkeit, auf ein armes Kind zu stoßen, etwa fünfmal größer als die, auf einen armen Rentner zu stoßen, so Raffelhüschen in den „Tagesthemen“.

Gestern haben wir diskutiert, dass etwa jedes vierte Kind einen Armutshintergrund hat. Das schlimme dabei ist, dass Kinder schon früh Ausgrenzungserfahrungen machen für einen Umstand, für den sie selbst nichts, aber auch garnichts können. Leider ist gerade in von Armut bedrohten Familien auch Gewalt gegen Kinder und Vernachlässigung häufiger, als in Familien mit finanziell besserem Hintergrund.

Als Stormarner können wir logischerweise an den Hilfezuweisungen nichts ändern, bei manchen Familien ist auch die Frage, ob die Höhe der Zuweisungen das Hauptproblem ist. Wir können jedoch bei einigen Themen anpacken und tun das auch.

Gerade in Zusammenarbeit mit dem Kinderschutzbund gibt es im Kreis viele Angebote um Kinder zu schützen. Besonders die „Frühen Hilfen – Hilfe von Anfang an“- Angebote finde ich immer wieder beeindruckend. Aber auch andere Beratungs- und Hilfsangebote werden gemacht und das Jugendamt hier scheut sich auch nicht um Hilfe zu bitten, wenn es meint einen Fall nicht ohne weiteres Beurteilen können. Bisher gab es hier keinen der schlimmen Fälle und den meisten Eltern kann mit ambulanten Angeboten geholfen werden für ihre Kinder da zu sein und sich dieser Aufgabe mit der Unterstützung gewachsen zu fühlen.

Doch auch auf der finanziellen Seite wird in Stormarn und vor allem in der Stadt Ahrensburg viel getan. So gibt es umfangreiche Sozialstaffeln, gerade im Kindergarten, Initiative für Mittagessen an Schulen, Kindergärten und Horten, dass für alle bezahlbar ist u.v.m..

Auch wenn in Stormarn das Problem aufgrund der Sozialstruktur nicht so hoch sein wird, wie anderswo, so tun wir doch alles, um den Eltern im Sinne der Kinder zu helfen. Dass das gelingt ist Verdienst aller Parteien im Kreistag, die mit der Verwaltung hier viele Problem lösen konnten, vor allem aber der freien Träger und anderer Einrichtungen, die für Kinder da sind. Danke.

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